Norwegen Tipps für den Bulli Roadtrip

Norwegen ist Teil der Skandinavischen Halbinsel im Nordatlantik. Es grenzt im Osten an Schweden und nördlich an Finnland und Russland. Zum Festland gehören auch die Inselgruppe Spitzbergen und die Insel Jan Mayen. Mit einer Gesamtfläche von 385.000 km² und 5,4 Millionen Einwohnern, gehört Norwegen zu den am dünnsten besiedelten Ländern Europas. Das Festland ist umgeben von 29.000 Kilometern Küste mit wunderschönen Fjorden, die bis tief ins Landesinnere reichen. Perfekt für Aktivurlauber, die unberührte Natur erleben wollen. Damit Du gut vorbereitet in den Bulli Roadtrip starten kannst, verraten wir Dir unsere besten Tipps für Norwegen.

INFO - Alle Angaben zu den Kosten: Stand 2019
Bulli Roadtrip Norwegen 2 Wochen Tipps

1. Beste Reisezeit Norwegen

Wir waren zwei Wochen mit Bulli in Norwegen unterwegs, Ende August bis Anfang September 2019. Die beste Reisezeit für Norwegen ist von Mai - September, bei durchschnittlich angenehmen Tagestemperaturen und vielen Sonnenstunden. Außerhalb der Ferienzeiten lässt sich der größte Touristenandrang gut umgehen. In der Nebensaison sind viele Campingplätze wie leer gefegt und Sehenswürdigkeiten nicht so überlaufen.

Klima Norwegen

Durch den Nordatlantikstrom ist das Klima ganzjährig mild und feucht. Norwegen hat eine große Längsausdehnung, weshalb sich vor allem im Winter große Temperaturunterschiede zwischen Nord und Süd ergeben. Die Westküste ist eine der regenreichsten Regionen Europas, was aber nicht heißt, dass es ständig regnet. Der Wetterdienst www.yr.no hat sich auf unserem Roadtrip als zuverlässig erwiesen.

2. Einreise + Visum


ACHTUNG

Beachte die aktuellen Einreisebestimmungen für Norwegen. Richtlinien, sicherheitsbedingte Hinweise und weiterführende Links findest Du auf der Website des Auswärtigen Amts.


Bei deutschen Staatsbürgern ist der Personalausweis ausreichend für die Einreise nach Norwegen. Bleibst Du länger als drei Monate, solltest Du schon in den ersten beiden Wochen eine Aufenthaltsgenehmigung bei der norwegischen Polizei beantragen. Der deutsche Führerschein ist in Norwegen ebenfalls gültig.

Einreise mit Tieren

Wenn Du mit Tieren nach Norwegen reisen willst, müssen sie eine gut lesbare Tätowierung haben, erstellt vor dem 03. Juli 2011 oder einen Mikrochip, mit Nachweis der Tollwutimpfung. Hunde müssen innerhalb von fünf Tagen vor Einreise nachweislich gegen Bandwürmer behandelt worden sein. Alle Bestimmungen und verbotene Hunderassen in Norwegen, findest Du hier: Norwegische Botschaft

3. Die beste Reisekreditkarte

Wir nutzen die Barclays Visa und die GenialCard der Hanseatic Bank. Alle Infos zu den beiden kostenlosen Reisekreditkarten findest Du hier: Die beste Reisekreditkarte. Bargeld kommt in Norwegen immer seltener zum Einsatz und Zahlungen sind manchmal sogar mit Gebühren verbunden, daher lohnt sich eine Kreditkarte ohne Fremdwährungsgebühren. Für kleinere Einkäufe haben wir in Bergen umgerechnet 200 € Bargeld abgehoben.

Die beste Reisekreditkarte

Reisekrankenversicherung

Schließe vor Deiner Norwegen Reise eine Reisekrankenversicherung ab. Damit sind die Kostenübernahme für Behandlungen vor Ort und falls nötig, der Rücktransport geregelt. Reisekrankenversicherungen gibt es schon für zehn Euro pro Jahr und sind im Notfall unverzichtbar.

4. Der Bulli für Norwegen

Den Bulli haben wir beim Liber Team* in Hamburg gebucht. Wenn Du ein gutes Angebot suchst und zu einer bestimmten Zeit fahren möchtest, solltest Du schon frühzeitig reservieren. Bulli und Camper Roadtrips sind beliebte und die Nachfrage ist groß. Infos zu unserem Camper findest Du unter Norwegen Bulli

Bulli Norwegen
Bulli Norwegen

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Roadtrip Etappen

Panoramarouten sind schön, kosten aber Zeit. Abgesehen von den vielen Fotostopps, sind die Straßen oft eng und erfordern umsichtiges Fahren. Plane mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 50 km/h. Das ist nicht viel, die Tageskilometer Deiner Route solltest Du entsprechend anpassen. Mit Tunnelstrecken sparst Du Zeit, aber wenn Du die schönsten Seiten Norwegens sehen willst, dann wähle die längeren Panoramastrecken.

Stoßzeiten meiden

Durch Kreuzfahrttourismus werden Massen an Touristen zeitgleich bei Sehenswürdigkeiten angekarrt. Wer nach Norwegen kommt um die Natur in Ruhe zu genießen, wird so den Spaß daran verlieren. Reise wenn möglich in der Nebensaison. Anfang September sind die Nächte zwar schon etwas kälter, aber Du bist oft nahezu alleine unterwegs. Lege Ausflüge zu Sehenswürdigkeiten vorzugsweise in den Nachmittag, die meisten Touristen sind über Mittag vor Ort und kommen Dir so bestenfalls nur noch auf ihrem Rückweg entgegen.

5. Campingplätze Norwegen

Campingplätze gibt es in Norwegen einige sehr schöne und vor allem viele. Einfache Stellplätze, mit Zugang zu Sanitäranlagen, Küche und Stromanschluss, kosten durchschnittlich 250 - 300 NOK pro Nacht, für zwei Personen mit Camper (Stand 2019).

Camping-Guide Norwegen

Günstige Unterkünfte

Norwegische Hotels und Ferienwohnungen sind nicht sehr günstig und Hostels gibt es oft nur in größeren Orten. Klarer Pluspunkt für das Zuhause auf Rädern. Wird es Dir im Camper auf Dauer zu eng, bieten sich Hytter an, die es in Norwegen auf nahezu jedem Campingplatz gibt. Einfache Holzhütten, von klein bis groß und von schlicht bis Top-Ausstattung.

Norwegischer Camping-Guide

Auf nafcamp.no findest Du den aktuellen Camping Guide Norwegen, der Plätze vorstellt und empfiehlt. Vor Ort gibt es ihn oft kostenlos an den Rezeptionen, der im Guide aufgeführten Campingplätze. Wir haben zusätzlich parallel über Google Maps gesucht, da nicht alle Campingplätze Norwegens im "Norges Automobil-Forbund" sind.

6. Jedermannsrecht (Allemannsretten)

In Norwegen gibt es das Jedermannsrecht, das seit 1957 im norwegischen Gesetz steht. Im Grunde besagt es, dass sich jeder frei in der Natur bewegen und dort übernachten kann. Davon ausgenommen sind Rastplätze und bewirtschaftete Felder und Wiesen. Zudem muss ein Abstand von 150 Metern zu Häusern und dem eigenen Fahrzeug gehalten werden und letzteres muss auf einer richtigen Parkfläche stehen. Bleibst Du länger als zwei Nächte, musst Du den Grundbesitzer um Erlaubnis bitten. Das Jedermannsrecht (Allemannsretten) birgt weitere Regeln und Pflichten:

  • Keinen Müll hinterlassen
  • Zäune nicht zerstören
  • Gattertore schließen
  • Hunde immer anleinen
  • Kein offenes Feuer
    (15. April - 15. September)

7. Norwegens Fjorde

Fjorde sind das Markenzeichen Norwegens. Tiefe, schmale und längliche Meeresrinnen, begrenzt von steilen Felswänden. Die Fjordmündungen in Richtung Meer sind meist seicht. Fjorde sind durch riesige Gletscherzungen entstanden, die die Landschaft über die Eiszeiten hinweg geformt haben. Im Westen Norwegens sind die Fjorde von beeindruckenden Berglandschaften umgeben. Fjorde dienen als natürliche Häfen, denn das Wasser ist stiller als im offenen Meer.

Das Land der Wasserfälle

Von den 20 höchsten Wasserfällen der Welt, liegen alleine sechs in Norwegen. Eine Liste der bekanntesten findest Du hier: Wasserfälle Norwegen. Es gibt unzählige Wasserfälle verschiedenster Größe, die aus den Gebirgen austreten und sich in wilden Bächen ihren Weg ins Tal bahnen - einer schöner als der andere.

Wasserfälle Norwegen

Landschaftsrouten + Aussichtspunkte

Wenn Du beim Bulli Roadtrip durch Norwegen die schönsten Sehenswürdigkeiten und Aussichtspunkte entlang der Route suchst, dann achte auf folgende Hinweisschilder. Sie weisen den Weg zu Aussichtspunkten (Bild 1) und aufregenden Landschaftsrouten (Bild 2).

8. Outdoor Aktivitäten

Norwegen bietet viele Möglichkeiten für Outdoor Aktivitäten. Es eignet sich nicht nur bestens zum Wandern sondern auch zum Surfen, Rafting, für Kajaktouren, Angeln, Tauchen, Segeln, Radfahren, Gletscherwanderungen, Skifahren und vieles mehr. Informiere Dich für die Regionen entlang Deiner Route, um einen Überblick über die angebotenen Aktivitäten zu bekommen.

Wandern in Norwegen

Anglerparadies Norwegen

Viele Flüsse und Seen Norwegens werden zum Angeln genutzt. Du solltest einen Angelschein vorweisen können und die staatliche Angelgebühr zahlen. Die Saison variiert und Du musst Dich vorab bei Grundbesitzern und den Touristen-Informationen vor Ort informieren wo, wann und was Du angeln darfst.

Wanderrouten + Kategorien

Wandern gehört zu den beliebtesten Outdoor Aktivitäten Norwegens. Mit tausenden Kilometern an Wanderwegen, bietet Norwegen die besten Voraussetzungen. Wanderwege sind in der Regel farblich markiert und in Kategorien unterteilt. Aber auch eine blaue Strecke mit mittlerer Schwierigkeit kann durch unwegsames Gelände führen, Trittsicherheit voraussetzen und ordentliche Steigungen beinhalten. Folgende Kategorien gibt es:

  • Grün = leicht
  • Blau = mittel
  • Rot = anspruchsvoll
  • Schwarz = schwierig

Wanderkarten

Wanderkarten sind nicht allumfassend und oft teuer. In Norwegen ist es einfacher, vorab zu planen in welcher Region Du wandern willst und Dich vor Ort an die Touristen-Infos zu wenden. Dort gibt es gutes und oft kostenloses Kartenmaterial inklusive Beratung. Außerdem findest Du online gute Reiseblogs, die über das Wandern in Norwegen schreiben. Infos zu unseren Routen findest Du unter Norwegen Wandern

10. Lebensmittel

Lebensmittel sind im skandinavischen Raum etwas teurer. Wenn Du mit dem Auto aus Deutschland anreist, lohnt es sich noch vor dem Grenzübertritt nach Dänemark haltbare Lebensmittel einzukaufen. Die dänischen Freimengen sind großzügig, der norwegische Zoll hingegen ist strenger. Für frische Lebensmittel gibt es in Norwegen überall Supermärkte. Unsere Packliste mit Lebensmittel-Einkaufliste, findest Du unter Packliste Norwegen

Kochen im Bulli

Restaurant oder Campingküche?

Restaurants und Cafés sind in der Regel teuer. 10€ für ein Bier oder 20€ für eine Pizza sind nicht unüblich. Überlege Dir also vorher, ob das Kochen im Camper nicht doch eine Option ist. Ein paar einfache Kochideen für den Bulli findest Du in unserer Campingküche

Gastgeschenke

Wenn Couchsurfing für Dich eine Option ist und Du ein Dankeschön suchst, sind alkoholische Getränke, vor allem Hochprozentiges, ein gern gesehenes Gastgeschenk in Norwegen, da Alkohol im gesamten skandinavischen Raum sehr teuer ist.

Trinkwasserqualität

Das Leitungswasser ist überwiegend von sehr guter Qualität. Wildbäche, abseits von großen Siedlungen und Industriegebieten, können ebenfalls als Trinkwasserquelle dienen. Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, kaufe Wasser im Supermarkt oder nutze das kostenlose Trinkwasser der Campingplätze.

11. Bußgeldkatalog Norwegen

Wirst Du in Norwegen geblitzt, dann wird es teuer und Radarkontrollen gibt es viele. Die Richtgeschwindigkeit außerorts beträgt 80 km/h. Navis mit Radarwarner oder ähnliche Apps sind verboten und werden mit bis zu 10.000 NOK bestraft. Wenn Du aber klassisch mit dem Bulli über Norwegens Landschaftsrouten rollst, wirst Du ohnehin nicht so schnell unterwegs sein. Hier ein Auszug aus dem Bußgeldkatalog Norwegen, mit Tipps zu Verkehrsregeln, Maut und mehr.

Lichtpflicht Skandinavien

In Norwegen muss auch tagsüber das Licht am Auto eingeschaltet sein. Es gilt eine ganztägige Lichtpflicht, die bei Verstößen mit Bußgeldern ab 1.500 NOK geahndet wird. Tagfahrleuchten sind in Skandinavien zugelassen.

Tankstellen

Je weiter nördlich Du kommst, umso günstiger sind Benzin und Diesel. Überraschenderweise waren auch die Kraftstoffpreise in Bergen auf unserem Roadtrip verhältnismäßig günstig. Es lohnt sich aber, einige benachbarte Orte zu durchfahren und die Preise der Tankstellen zu vergleichen. Fünf Kilometer weiter können sie schon bis zu 10 Cent pro Liter günstiger sein. Auch innerhalb größerer Orte gibt es oft Unterschiede von mehreren Cent pro Liter.

Keine Roaminggebühren

Seit 2017 gilt auch in Norwegen die EU-Roaming Verordnung und es fallen keine zusätzlichen Kosten bei Nutzung von mobilen Daten an. ACHTUNG - Auf der Fähre zwischen Dänemark und Norwegen wechselt das Netz automatisch zum Maritimen Service, der der EU-Roaming Verordnung nicht unterliegt. Das kann hohe Kosten verursachen, vor allem bei Datennutzung per WhatsApp etc. Nutze daher auf den Fähren den Flugmodus oder schalte die mobilen Daten aus.

12. Norwegens Tunnel

In Norwegen gibt mehr als 900 Verkehrs- und Eisenbahntunnel, mit einer errechneten Gesamtlänge von 750 Kilometern. Viele sind Ersatz für die früheren Hauptverkehrswege, die sich auf längeren Strecken um die Gebirge herum schlängeln oder sie überqueren. Die alten Verbindungen sind heute oft als Landschaftsrouten markiert und werden überwiegend von Touristen genutzt. In Tunneln ist immer Vorsicht geboten, denn viele sind sehr eng und nur schlecht beleuchtet.



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